Amtstierarzt erzählt im Reutlinger General-Anzeiger von seinen Erfahrungen auf unseren Recherchen
Langstreckentransporte von Tieren führen zu massivem Leid: Hitze, Enge und lange Wartezeiten setzen den Tieren zu. Immer wieder decken wir bei unseren Recherchen auch auf, dass gesetzlich vorgegebene Ruhe- und Fütterungspausen nicht eingehalten werden. Bei drei Reisen nach Spanien und an die bulgarisch-türkische Grenze hat uns der Amtstierarzt Thomas Buckenmaier begleitet. Der Reutlinger General-Anzeiger berichtet, was er auf diesen Recherchen mit uns erlebt hat.
Zusammen mit Dr. Buckenmaier haben wir lange Staus an Grenzen, überfüllte Transporter und unzureichende Versorgung an den sogenannten Versorgungsstationen dokumentiert. Buckenmaier kritisiert unter anderem, dass Veterinärämter die Wartezeit an der Grenze als Pause deklarieren. "Die Pausen-Kalkulation halte ich für falsch. Die Tiere können ja nicht raus – und es gibt nichtmal mehr Fahrtwind, wenn die Transporter da warten müssen", wird er im Artikel zitiert.
Auch, dass nicht abgesetzte Kälber bei Transporten nach Spanien häufig nur mit Elektrolytlösung statt Milch gefüttert werden, hält er für problematisch. Man müsse sich fragen: "Ist es überhaupt möglich, Tiere, die noch Milch benötigen, also beispielsweise Kälber, bei so einem Transport adäquat zu versorgen?"
Kontrollen finden nicht flächendeckend statt, und außerhalb der EU fehlen wichtige Ablade- und Kontrollstellen. Die geltende EU-Verordnung zu Tiertransporten "ist in ihrer aktuellen Form leider alles andere als eindeutig. Sie lässt sehr viel Spielraum für Auslegung", so Buckenmaier im Artikel.
Die Berichterstattung des "Reutlinger General-Anzeigers" über unsere Recherchen macht deutlich, dass Tiertransporte weiterhin ein erhebliches Tierleid verursachen und dringend stärker kontrolliert werden müssen. Wir lehnen den Export lebender Tiere in Drittländer ab und fordern eine Begrenzung der Transportdauer bei Tiertransporten. Für nicht abgesetzte Tiere fordern wir ein Verbot langer Transporte (> 4 Stunden). Sie sind rechtswidrig in der Durchführung und stellen eine unzumutbare Belastungsprobe für wenige Wochen alte Jungtiere dar.
Petition für ein Verbot von Exporten aus Deutschland in Drittländer
