Brief an EU-Kommissar Várhelyi: Zusammen mit Partner-Organisationen fordern wir sofortiges Verbot des Hormons PMSG
Gemeinsam mit 13 internationalen Tierschutzorganisationen haben wir einen dringenden Brief an den EU-Gesundheitskommissar Olivér Várhelyi geschickt. Darin fordern wir ein sofortiges Verbot der Gewinnung, des Imports und der Anwendung des Fruchtbarkeitshormons PMSG/eCG in der Europäischen Union.
Hintergrund unserer Forderung ist die neu veröffentlichte, zweijährige Recherche in Argentinien und Uruguay. Die Untersuchung zeigt, dass die Zustände auf sogenannten Blutfarmen auch zehn Jahre nach ihrer ersten Aufdeckung unverändert grausam sind: Über 10.000 trächtige Stuten werden dort systematisch ausgebeutet.
Über einen Zeitraum von rund elf Wochen werden ihnen wöchentlich bis zu zehn Liter Blut entnommen. Gewalt, Panik, Verletzungen, mangelnde Versorgung und unterlassene tierärztliche Behandlung gehören weiterhin zum Alltag. Die Fohlen werden systematisch abgetrieben, damit die Stuten mehrfach pro Jahr trächtig werden.
Besonders alarmierend ist, dass das argentinische Unternehmen Syntex über eine Tochterfirma in Irland weiterhin PMSG in die EU bringt – obwohl eine solche Hormongewinnung unter EU-Tierschutzstandards nicht genehmigungsfähig wäre. Das Unternehmen hat 2018 all seine europäischen Kunden verloren, weil wir die Zustände auf den Blutfarmen öffentlicht gemacht haben. Dass das Unternehmen nun über diesen Umgehungsweg weiterhin PMSG aus Südamerika in der EU vertreibt, macht deutlich, dass freiwillige Selbstverpflichtungen der Industrie wirkungslos sind.
In unserem Schreiben fordern wir die Europäische Kommission daher eindringlich auf:
- die Produktion von PMSG als Verstoß gegen EU-Recht anzuerkennen und zu verbieten,
- ein Importverbot für das aus Drittstaaten stammende Hormon zu erlassen,
- sowie die Anwendung von PMSG zu untersagen, da sie nicht medizinisch notwendig ist und Alternativen existieren.
Bereits 2021 hatte das Europäische Parlament die Kommission aufgefordert, Import und Produktion von PMSG zu verbieten. Zudem wird die Europäische Lebensmittelbehörde EFSA derzeit eine wissenschaftliche Stellungnahme zur Pferdehaltung und zur PMSG-Produktion erarbeiten, deren Veröffentlichung für 2026 erwartet wird. Angesichts des anhaltenden Leids tausender Tiere darf jedoch nicht weiter zugewartet werden.
Mit dem Brief appellieren wir an die Europäische Kommission, jetzt zu handeln und das massive Tierleid zu beenden, das mit der Gewinnung dieses unnötigen Hormons verbunden ist.
Den Brief an den EU-Kommissar können Sie hier herunterladen.
