04. Februar 2026

Kontrollen von Tiertransporten bei Minusgraden

Diese Ferkel werden unter viel zu engen Platzverhältnissen von Dänemark bis nach Polen transportiert.

Schweine aus Deutschland auf dem Weg in ein polnisches Schlachthaus. Gut möglich, dass sie zum ersten Mal den Himmel sehen.

Viele haben alte Verletzungen an den Ohren. In der industriellen Tierhaltung kommt es vor, dass sich Tiere aus Langeweile gegenseitig Körperteile anknabbern.

Die Schweine kommen mit dem Rücken fast an der Decke an. Ihren Kopf können sie nicht anheben. Dieses Problem beobachten wir bei Tiertransporten quer durch Europa sehr häufig.

Unsere Projektleiterin Magda Romańska kontrolliert den Zustand der Schweine im Transporter.

Bei winterlichen Temperaturen unter dem Gefrierpunkt haben wir gemeinsam mit der französischen Tierschutzorganisation Welfarm Tiertransporte auf einer zentralen polnischen Autobahn kontrolliert. Unsere Beobachtungen zeigen erneut, wie problematisch die Bedingungen für viele Tiere auf Europas Straßen sind.

Ziel unseres Einsatzes war es, die Bedingungen beim Transport von gefiederten "Nutz"tieren bei niedrigen Temperaturen zu dokumentieren. Die Wettervorhersage kündigte insbesondere in den Nachtstunden Temperaturen unter dem Gefrierpunkt an.

Über drei Nächte und die jeweiligen Morgenstunden hinweg beobachteten wir einen der wichtigsten polnischen Autobahnabschnitte von West nach Ost. In diesem Zeitraum sahen wir zwei Lkw, die Geflügel transportierten. Beide Fahrzeuge waren mit Wintervorhängen ausgestattet, lediglich mit einem schmalen Spalt im oberen Bereich zur Belüftung. Wir folgten den Transporten. Da sie unterwegs nicht anhielten, ergab sich für uns jedoch keine Möglichkeit, einen Blick ins Innere zu werfen oder die Tiere näher zu begutachten.

Stattdessen überprüften wir drei Lkw mit Schweinen und Ferkeln. Zwei der Fahrzeuge transportierten ausgewachsene Schweine zur Schlachtung von Deutschland nach Polen. In einem der Lkw wurden die Tiere unter sehr beengten Bedingungen transportiert. Zudem wiesen alle Schweine ältere Verletzungen an den Ohren auf. Das ist alarmierend und deutet auf mögliche Missstände am Herkunftsbetrieb hin, die untersucht werden müssen. Beim zweiten Schweinetransport stellten wir zudem fest, dass die Kopffreiheit unzureichend war – die Tiere berührten mit ihrem Rücken beinahe die Decke des Transporters. 

Ein weiterer Lkw transportierte Ferkel von Dänemark nach Polen. Auch hier war die Besatzdichte zu hoch: Die Tiere hatten nicht genügend Platz, um sich hinzulegen oder ihre Position zu verändern.

Wir werden bei den zuständigen Behörden, die diese Tiertransporte genehmigt haben, Beschwerde einreichen.