25. August 2025

Tiertransporte bei extremer Hitze in Ostfrankreich

Ein LKW mit lebenden Tieren an Bord ist bei Extremhitze durch Frankreich gefahren.

Unsere Projektleiterin Iris Baumgärtner (links) zusammen mit Stéphane Boissavy von Welfarme.

Vom 11. bis am 13. August haben wir zusammen mit den französischen Kolleg:innen von Welfarm in Ostfrankreich Tiertransporte dokumentiert. Dabei haben wir massive Verstösse gegen das Tierschutzgesetz festgestellt. Denn während dieser Zeit herrschten Temperaturen von bis zu 40 Grad Celsius. Selbst diese Extremtemperaturen hielten manche Transporteure nicht davon ab, Tiere quer durch Europa zu fahren  obwohl die EU-Vorschriften Tiertransporte über weite Strecken ab 30 Grad untersagen. 

Am ersten Einsatztag entdeckten wir tagsüber zunächst keine LKWs mit Tieren. Doch am Abend änderte sich das Bild.

In der ersten Nacht kontrollierten wir einen LKW mit Schweinen aus Belgien, die auf dem Weg nach Süditalien waren. Kurz darauf verfolgten wir einen Transporter mit Rindern, die aus Irland kamen und ebenfalls für einen Betrieb in Italien bestimmt waren. Auch in der zweiten Nacht entdeckten wir einen niederländischen LKW, der Schweine nach Italien transportierte.

Besonders alarmierend: Starker Temperaturanstieg bei Stillstand

Selbst in der Nacht lag die Aussentemperatur bei über 26 °C. Während eines kurzen Stopps massen wir die Temepratur im Innern des Gefährts. Besorgt stellten wir fest, dass die Temperatur im Schweinetransporter bereits nach wenigen Minuten des Stillstands drastisch anstieg.

Für die Tiere ist das eine enorme Belastung – trotz der vermeintlich kühleren Nachtstunden.

Ein klarer Rechtsverstoss

Alle LKWs durchquerten tagsüber Frankreich bei bis zu 40 °C. Tiertransporte während einer Hitzewelle sind unverantwortlich und gemäss EU-Transportverordnung nicht zulässig. Die Tiere werden über lange Strecken unter extremen Bedingungen transportiert – oft ohne ausreichende Versorgung oder Kühlung. 

Obwohl Transporte bei solchen Extremtemperaturen klar gegen die geltende Tierschutzverordnung verstossen, verzichteten wir in diesem Fall darauf, die Polizei hinzuzuziehen. Denn wir wissen: bei jedem Halt wäre die Temperatur im LKW weiter angestiegen. Das hätte die Situation für die Tiere im Inneren der Fahrzeuge noch gefährlicher gemacht und wäre für sie unter Umständen lebensgefährlich gewesen. 

Wir dokumentierten die Transporte jedoch akribisch und werden diese Fälle weiterverfolgen und Beschwerden bei den zuständigen Stellen einreichen, damit die verantwortlichen Unternehmen und Behörden nachträglich zur Verantwortung gezogen werden. Mit unserem Einsatz kämpfen wir weiter dafür, dass solche Qualtransporte endlich nicht mehr durchgeführt werden.