Wegen Steuerstreit in Casablanca: Tausende Tiere festgehalten
In Marokko spitzt sich der Skandal um festgehaltene Transportschiffe mit Tieren an Bord weiter zu. Neben den ursprünglich aus Brasilien kommenden 4.500 Rindern ist nun auch ein Schiff aus Spanien betroffen. Wir handeln sofort und fordern die EU-Kommission, die Behörden in Marokko und Spanien auf, die Tiere schnellstmöglich in Stallungen zu entladen.
Das Schiff mit den Namen "FALCON UA" war am 4. September mit 1.166 Rindern aus Tarragona (Spanien) gestartet und erreichte den Hafen von Casablanca am 9. September. Doch anstatt die Tiere zu entladen, setzte der Zoll das Schiff im Hafen fest – Grund war laut einer anonymen Quelle wie schon bei den Schiffen aus Brasilien die Nachzahlung der Mehrwertsteuer.
Nachdem der Importeur eine Kaution von 500.000 Euro hinterlegt hatte, wurde die Hälfte der Tiere am 10. September schließlich auf Lkws verladen. Doch den Hafen durften sie dennoch nicht verlassen.
Erste Todesfälle
Die Fahrzeuge haben kein Dach und die Tiere sind der prallen Sonne Marokkos schutzlos ausgesetzt, wie ein Video zeigt. Zudem sind sie so eng geladen, dass sie sich nicht hinlegen können und eine Versorgung mit Futter und Wasser unmöglich ist. Der Quelle zufolge sind inzwischen mindestens vier Tiere auf qualvolle Weise gestorben.
Zuvor waren bereits 4500 Rinder aus Brasilien aus demselben Grund in Marokko festgehalten worden. Die Schiffe aus Brasilien haben den Hafen von Casablanca jedoch in der Zwischenzeit wieder verlassen.
Katastrophen sind vorprogrammiert
Es darf nicht sein, dass solche Streitigkeiten um Geld auf dem Rücken wehrloser Tiere ausgetragen werden. Dieser Fall zeigt erneut, dass „Nutztiere“ im globalen Handel zu blossen Waren degradiert werden, deren Wohlergehen im Streit um Geld und Zuständigkeiten keine Rolle spielt.
Es gibt kein internationales Tierschutzgesetz, das die Tiere in solchen Situationen schützt. Selbst die EU-Kommission kritisiert in ihren Audits, dass die internationale Dimension von Drittlandexporten Verbesserungen nahezu unmöglich macht.
Solange der grenzüberschreitende Handel mit lebenden Tieren weitergeht, sind solche Dramen vorprogrammiert. Der Transport fühlender Lebewesen über Kontinente hinweg muss beendet werden.
Wir haben die EU-Kommission, die spanischen Behörden und weitere zuständige Stellen inzwischen in einer E-Mail aufgefordert, unverzüglich zu handeln und die zuständigen Behörden in Spanien und Marokko dabei zu unterstützen, diese Situation zu entschärfen, indem Sie die Tiere in Ställe bringen.
12.9.2025: UPDATE
Laut unseren Quellen sind die Tiere inzwischen entladen worden und die Lkws haben den Hafen von Casablanca verlassen!
