Tiertransport-Schulungen zeigen Wirkung
Letzte Woche haben wir erneut Polizeikräfte auf die Kontrolle von Tiertransporten vorbereitet. Auf Einladung der Landesbereitschaftspolizei Sachsen-Anhalt führten wir gemeinsam mit Animals' Angels und dem Tiertransportexperten Dieter Adam, einem Polizeibeamten im Ruhestand, eine mehrtägige Schulung durch - mit einem theoretischen Teil und Kontrollen auf der Straße.
Unsere Projektleiterin Iris Baumgärtner vermittelte den teilnehmenden Polizeibeamt:innen gemeinsam mit den anderen Expert:innen die gesetzlichen Grundlagen beim Transport von Nutztieren. Unter anderem zeigte sie auf, wie die Behördenvertreter:innen Verstöße dokumentieren und Beweise sichern können. Im Praxisteil kontrollierten wir, unterstützt von zwei Amtsveterinärinnen, zehn Tiertransporte. Dabei konnten die Teilnehmenden ihr Wissen direkt anwenden.
Die Reaktionen der Beamt:innen sprechen für sich: Viele waren schockiert über den Zustand der Tiere – insbesondere von Masthühnern und Sauen. Selbst bei Transporten, die nicht gegen die EU-Tiertransportverordnung verstießen.
Warum diese Schulungen so wichtig sind: aktueller Fall macht es deutlich
Fast zeitgleich wurde in Oldenburg eine Großkontrolle mit 100 Fahrzeugen durchgeführt, schwerpunktmäßig Lebendtiertransporte. Das besorgniserregende Ergebnis: Mehr als 70 Prozent der Transporte wurden beanstandet. In mehreren Fällen leitete die Polizei Strafverfahren wegen Verstößen gegen das Tierschutzgesetz ein.
Sie fanden unter anderem ein Mastschwein, das nicht mehr aufstehen konnte, eine verletzte Kuh, die trotz Schmerzen weitertransportiert wurde, und Rinder, die im Fahrzeug so wenig Platz hatten, dass sie mit dem Widerrist gegen die Decke stießen.
Dass solche Kontrollen heute konsequent durchgeführt werden, ist auch ein Ergebnis unserer Arbeit. Vor zwei Jahren leiteten wir mit Dr. Alexander Rabitsch einen Workshop bei der Polizei Oldenburg – genau dort, wo nun die Großkontrolle stattfand. Damals kontrollierten wir über 20 Tiertransporter gemeinsam mit Polizei und Veterinärämtern aus mehreren Landkreisen.
Wer hinsieht, deckt Tierleid auf
Wer die Problematik kennt und das Leid der Tiere einmal aus der Nähe gesehen hat, schaut hin. Unsere Schulungen schaffen die Grundlage dafür, dass Verstöße erkannt und geahndet werden. Ergänzend führen wir selbst viele Kontrollen durch, dokumentieren Missstände und erstatten Anzeige – oft sind wir es, die problematische Transporte überhaupt erst sichtbar machen.

