AWF bringt Praxiserfahrung in EU-Plattform für Tierschutz ein
Unsere Projektleiterin Tea Dronjić hat an der 19. EU-Plattform für Tierschutz mitgewirkt. An der Veranstaltung, die von der Europäischen Kommission organisiert und geleitet wurde, diskutierten Vertreter:innen aller EU-Mitgliedstaaten, die Europäische Kommission, Wissenschaftler:innen, Branchenvertreter:innen und Expert:innen ausgewählter Tierschutzorganisationen verschiedene Tierschutzthemen in Europa. Als eine der ausgewählten Nichtregierungsorganisationen sind wir stolz darauf, die Zivilgesellschaft in diesem wichtigen Gremium zu vertreten.
Im Mittelpunkt des Treffens standen mehrere Themen, die die Zukunft des Tierschutzes in der Europäischen Union maßgeblich prägen werden. Ein Schwerpunkt war die Entwicklung harmonisierter Tierschutzindikatoren, mit denen das Wohlergehen von Tieren künftig EU-weit wissenschaftlich bewertet und überwacht werden soll. Diese Indikatoren werden eine wichtige Grundlage sein, um die Wirksamkeit der europäischen Tierschutzgesetzgebung besser beurteilen und ihre Umsetzung in den Mitgliedstaaten überprüfen zu können.
Ein weiteres zentrales Thema war der Wettbewerb mit Importen von tierischen Erzeugnissen aus Nicht-EU-Staaten. Dort gelten häufig deutlich niedrigere Tierschutzstandards als innerhalb der Europäischen Union. Dies führt nicht nur zu geringeren Produktionskosten und Wettbewerbsnachteilen für europäische Landwirte und Lebensmittelproduzenten, sondern wirft auch die Frage auf, wie sich vergleichbare Tierschutzstandards für importierte Produkte sicherstellen lassen.
Darüber hinaus stellte die Europäische Kommission eine neueStudie zum Einsatz digitaler Technologien für die Überwachung und Durchsetzung der Tierschutzvorschriften beim Tiertransport vor. Digitale Lösungen können dazu beitragen, Transporte besser zu kontrollieren, mehr Transparenz zu schaffen und Betrug zu erschweren.
Es braucht wirksame Gesetze
Aus unserer Sicht können technologische Innovationen jedoch nur dann ihr volles Potenzial entfalten, wenn sie von einer wirksamen Gesetzgebung begleitet werden. Ohne eine neue, deutlich strengere und präzisere EU-Verordnung zum Schutz von Tieren beim Transport bleiben auch die besten digitalen Instrumente in ihrer Wirkung begrenzt. Nur klare, wissenschaftlich fundierte Vorschriften mit hohen Tierschutzstandards können eine einheitliche Umsetzung in allen Mitgliedstaaten gewährleisten und das Leiden der Tiere auf Transporten nachhaltig verringern.
Den Abschluss der Sitzung bildete ein Austausch über aktuelle und geplante EU-Initiativen zum besseren Schutz von Hunden und Katzen.
Die Animal Welfare Foundation wird sich auch künftig mit ihrer fachlichen Expertise und ihrer langjährigen Praxiserfahrung aus internationalen Recherchen und Tiertransportkontrollen in die Arbeit der EU-Plattform einbringen. Unser Ziel bleibt es, die europäische Tierschutzgesetzgebung weiter zu stärken und ihre konsequente Umsetzung zum Wohl der Tiere voranzubringen.
