30. Juni 2026

Wartezeiten beim Schlachthof während der Hitzewelle – Tiere leiden unter Hitzestress

Die Puten in diesem Transporter hecheln. Das ist ein klares Zeichen für Hitzestress.

Derzeit rollt eine Hitzewelle über Deutschland. Gleichzeitig boomt die Grillsaison, die Nachfrage nach Fleisch ist hoch – und damit auch die Zahl der Tiertransporte zu den Schlachthöfen. Für die ohnehin durch den Transport gestressten Tiere bedeuten die hohen Temperaturen eine zusätzliche, erhebliche Belastung. 

Oft müssen Transporter bei der Ankunft im Schlachthof noch warten. Unser Team hat deshalb an insgesamt elf Schlachthöfen in Rheinland-Pfalz, Nordrhein-Westfalen und Niedersachsen die Hitzeschutzmaßnahmen in der Wartezone recherchiert. Bei fünf Schlachthöfen wurden auch während der großen Hitze am Nachmittag noch Tiere angeliefert. Bei drei davon gab es für die ankommenden Tiere zudem keinen Hitzeschutz. 

Bei einem von uns beobachteten Schlachthof für Puten, bei dem es im Wartebereich keinen Schatten gab, stellten die Fahrer ihre Transporter mit jeweils etwa 800 Puten an Bord auf einem Wanderparkplatz unter Bäumen ab. Dadurch konnten wir die Tiere aus nächster Nähe ansehen. Obwohl es erst Morgen war und die Temperaturen dementsprechend mit 23 Grad Celsius noch nicht so hoch waren, stellten wir bei den Puten bereits erhebliche Anzeichen von Hitzestress fest.  

Nach den national geltenden Vorschriften dürfen Tiere, die zur Schlachtung transportiert werden, bei Außentemperaturen von über 30 Grad Celsius grundsätzlich bis maximal 4,5 Stunden transportiert werden. Ausgenommen sind Transporte in speziell ausgestatteten Fahrzeugen mit Lüftung und Tränkesystem. Für Federtiere gibt es noch immer keine entsprechenden Temperaturobergrenzen – obwohl Hühner, Puten, Enten und Gänse besonders hitzeempfindlich sind. 

Wir fordern effektive Hitzeschutzmaßnahmen für wartende Tiere auf allen Schlachthöfen und einen generellen Stopp von Tiertransporten bei Extremtemperaturen.