14. Dezember 2022

Erfolgreiches Ende für unsere Projekte in Polen

Ein Jahrzehnt im Einsatz für die Tiere in einer der ärmsten Regionen Polens. Hinten von links nach rechts: Bogdan, Anna, Nadja, Michal. Vorne Magda, Katarzyna.

Verladen für den Abtransport in italienische Schlachthöfe.

Stark vernachlässigte Kuh. Unser Team bei der Beweisaufnahme für eine Anzeige.

Wir kooperieren mit Tierärzten bei verletzten und schwerkranken Tieren.

Es war ein Kraftakt, ein Dauereinsatz und als wir anfingen unabsehbar, wie lange er dauern würde. Als wir vor über einem Jahrzehnt das erste unserer Projekte in Polen starteten: Kontrolle des Pferdemarktes in Bodzentyn, südlich von Warschau in einer Armutsregion mit rund 20'000 Tierhaltungen, meist im Nebenerwerb. Nahezu jedes Haus hatte einen Stall. Darin Kühe, Pferde, Ziegen, Schweine, Hühner. Mal mehr, mal weniger.

Die Bauern brachten wöchentlich bis zu 1'000 Pferde auf den Markt in Bodzentyn. Dort verkauften sie ihre Pferde u. a. an Schlachthändler. Jeweils montags standen drei, manchmal auch mehr Langstreckentiertransporter auf dem Markt. So wurden Woche für Woche über die Jahre tausende Pferde an süditalienische Schlachthöfe verkauft.

Samstag war Rindermarkt. Auch hier schlimme Zustände. Die Rindermarktkontrolle wurde ebenfalls zu unserem Projekt. Der Markt war ja nur ein Blitzlicht auf die eigentlichen Probleme. Hier sahen wir die Tiere über Stunden. Ihr häufig schlechter Zustand war ein Hinweis darauf, dass das Leben vor dem Markt qualvoll sein musste. Deshalb starteten wir das Projekt «Mobile Klinik» (Farm Animal Service, FAS). So kamen wir auf die Höfe, um dort das Leben der Tiere zu verbessern. Aber auch kein Hof ohne Hunde, Katzen, Tauben etc. Logische Folge, auch für diese Tiere musste ein Hilfsprogramm her.

Eine Riesenaufgabe. Dass wir diese bewältigen und jetzt zu einem guten Abschluss führen konnten, verdanken wir ganz besonders der Stiftung-Eleonora-Susanna für den Natur-, Umwelt- und Tierschutz, die von Beginn an und über alle Jahre die Projektkosten getragen hat. Aber auch der König Baudouin Stiftung, die es und massgeblich ermöglicht hat, mit Projekterweiterungen die Tierhalter mit einem Anreizprogramm zur Eigeninitiative zu motivieren und massenweise Kastrationen durchzuführen.

Unser Team war täglich im Einsatz und mit unserer Mobilen Klinik rund 300'000 Kilometer unterwegs. Das entspricht rund sieben Erdumrundungen. Der Pferdemarkt in Bodzentyn wurde endlich geschlossen, auf dem Markt in Skaryszew werden keine Pferde mehr verkauft, Langstreckentransporte nach Italien sind beendet. Der Rindermarkt ist zu einem Minimarkt geworden mit nur noch wenigen Tieren und wird sehr wahrscheinlich ebenfalls geschlossen. Um das zu erreichen, wurden fast 200 Anzeigen wegen Tierquälerei von unserem Team erstattet und 13 Gerichtsverfahren geführt, von denen wir 12 gewonnen haben.

Mit der Mobilen Klinik sind wir 400 Höfe angefahren, mehrmals pro Jahr, unsere Schmiede haben mehr als 10'000 Hufe und Klauen behandelt, es wurden Ställe mit Boxen und Paddocks gebaut, Weiden eingezäunt, kranke Tiere behandelt und Nottransporte in die Klinik durchgeführt.

Über 7'000 Hunde und Katzen wurden kastriert, hunderte Tiere an bessere Plätze vermittelt und schwere Fälle in einer Hundebetreuung untergebracht. Sie bleiben in unserer Obhut bis zum Tod. Genauso wie einige wenige Pferde, für die es keine andere Möglichkeit gab, sie zu retten.

Liebe Anna, lieber Bogdan, liebe Nadja und lieber Michal, ihr habt einen fantastischen Job gemacht. Wir danken euch von Herzen, dass ihr immer für die Tiere im Einsatz wart, euch niemals habt entmutigen lassen und auch vor wortwörtlich Mistbergen nicht Halt gemacht habt, um die Tiere aus den dreckigen, stinkenden Ställen herauszuholen. Danke euch.

Liebe Magda und Katarzyna, eure Unterstützung und Organisation der Polenprojekte hat sie zum Erfolg geführt. Ihr habt die Fäden zu jeder noch so schwierigen Zeit in der Hand behalten. Danke und fantastisch, dass ihr euch in der Zukunft weiter um Tiertransporte und Polizeischulungen in Polen kümmern werdet.

Wir haben nach über zehn Jahren diese Projekte beendet. Mit Erfolg. Mehr können wir als ausländische Tierschutzorganisation regional nicht bewegen. Hier ein Rückblick auf unsere Arbeit der letzten zehn Jahre.

Die Lebensbedingungen für die Tiere auf den Höfen haben sich massiv verbessert. Es sind viel weniger Tierhaltungen als zu Beginn vor zehn Jahren. Und die Rückmeldungen von den Bauern auf die Beendigung der Projekte zeigen uns, dass es richtig ist, unsere Kräfte jetzt in anderen Projekten wie zum Beispiel Tiertransporten noch stärker zu bündeln.

Gerne würden wir mit Ihrer Unterstützung eines Tages wieder sagen können: Tierschutzprojekt wegen Erfolg beendet.