14April2015

Türkei | Ankara | Seminar über das Tierwohl während des Schlachtens

Asalet und Lesley

Dr. Gersaisy

Meat and Livestock Australia

Am Montag, den 13. und Dienstag 14. April 2015, organisierten wir gemeinsam mit Eyes on Animals, Redrock und Austrade (Australian Trade Comission) das zweite Seminar in der Türkei über das Thema Tierwohl von Schlachttieren. Die Konferenz und das Training zum „Verbessern des Tierwohls und der Fleischqualität in der Türkei“ wurden an der Ankara Veterinärfakultät der Universität abgehalten. Am ersten Tag fand die eigentliche Konferenz statt, während am zweiten Tag das Training für Studenten, Veterinäre, Schlachthausbesitzer und Schlachthausarbeiter durchgeführt wurde. Sinan Ögün von Redrock eröffnete das Seminar und hiess alle Gäste und Sprecher willkommen. Ein Vertreter des türkischen Ministeriums für Landwirtschaft, welcher für Fragen des Tierwohls zuständig ist, erläuterte die Entwicklung und gegenwärtige Situation des Tierwohls in der Türkei. Sogar der australische Botschafter, Herr Lino Strangis, war anwesend, um die Gäste willkommen zu heissen und die Konferenz zu unterstützen. Prof. Rifki Haziroglu, der Dekan der Ankara Universität, hielt ebenfalls eine kurze Begrüssungsrede. Wir luden viele interessante Sprecher aus aller Welt ein. Ein Sprecher von „Meat and Livestock Australia“ berichtete über die australischen Exporte von Vieh in die Türkei und die Anforderungen, welche türkische Schlachthäuser erfüllen müssen, damit es ihnen erlaubt ist, australisches Vieh zu schlachten. Dr. Kolesar, ein sehr erfahrener Trainer des OIE, präsentierte die Schlachtrichtlinien des OIE und die entsprechenden Fixierboxen für die Schlachtung. Ein Sprecher von V-Cons Belgien erklärte den Einfluss von guten und schlechten Tierwohlbedingungen während des Schlachtens auf die Fleischqualität. Dr. Wasim Geraisy, ein Veterinär von einem Koscher Schlachthaus in Israel, zeigte, wie sie mit verletzten, schwachen Tieren, die im Schlachthaus ankommen, verfahren, um unnötiges Leiden zu reduzieren. Awal Fuseini von der UK Halal Lebensmittelbehörde hielt eine sehr lebendige und inspirierende Rede darüber, wie wichtig das Tierwohl im Islam ist. Dr. Eser von der BSI Schwarzenbek gab eine kurze Übersicht über die Arbeit von Eyes on Animals, AWF und das BSI Schwarzenbek in der Türkei. Asalet und Lesley von EonA/AWF stellten praktische Lösungen für die beobachteten, verbreiteten Probleme vor Ort. Der Konferenztag war ein grosser Erfolg. Ca. 100 Leute nahmen an der Konferenz teil und steuerten viele Kommentare, Informationen und Ideen bei.

Der zweite Tag war unser Trainingstag. Dr. Geraisy präsentierte, wie sein israelisches Schlachthaus modernisiert worden war und betonte wie wichtig es ist, die Arbeiter regelmässig fortzubilden. Dr. Fuseini sprach über das Halal Schlachten in der UK und wie die religiösen Regeln in der Praxis realisiert werden. Der Hauptteil dieses Tages war der Beitrag von Frau  Dr. Eser, die über die kritischen Punkte des Tierwohls während des Schlachtens ohne Betäubung sprach. Das Training war sehr wichtig, damit die türkischen Teilnehmer, welche sich mit den Schlachtproblemen befassen, die Anwendung der Betäubungsmethode verstehen und um einige Mythen zu beseitigen. Wir hoffen noch immer, dass die Betäubung der Tiere eines Tages in der Türkei anerkannt wird.

Es ist grossartig, dass wir dank unseren Unterstützern die Möglichkeit hatten, eine zweite Konferenz innerhalb so kurzer Zeit nach unserer ersten (Istanbul, Oktober 2014) durchzuführen. Die Diskussion über das Tierwohl während des Schlachtens ist sehr lebhaft in der Türkei und auch Politiker müssen sich diesem Problem annehmen. Wir werden in der Türkei weiterhin konsequent daran arbeiten, damit die Theorie in die Praxis umgesetzt wird!