28Oktober2016

Türkei | Meeting mit TSE (Türkisches Standardinstitut)

Das Halal-Zertifikat wird derzeit von mehreren verschiedenen türkischen Organisationen verliehen. Die Standards stimmen dabei mit dem islamischen Gesetzt überein. Das TSE (Das Türkische Standardinstitut) ist eine staatliche Institution, welche ebenfalls Halal-Zertifikate an beantragende Organisationen und Unternehmen verleiht. Wir besuchen das TSE und bitten um ein Gespräch. Frau Banu Kocabas ist spontan bereit für ein Treffen.

Die TSE Standards zum Tierschutz während der Schlachtung stimmen  in den meisten Aspekten mit unseren Vorstellungen überein (rutschfeste Böden, kein unnötiger zusätzlicher Stress, behutsamer Umgang). Jedoch ist die Umsetzung dieser Standards schwer. Viele Schlachthäuser haben Schwierigkeiten, die Theorie in die Praxis umzusetzen. Frau Kocabas interessiert sich für Tierschutz. Wir zeigen ihr unser Filmmaterial über die Methode der vorherigen Betäubung („pre-stunning“), welche nicht üblich ist bei der Schlachtung von Rindern und Schafen in der Türkei. Darunter sind auch unsere „post-stunning“ Filme von Belgien und die vorherige Betäubung eines Rindes, kürzlich aufgenommen im ersten türkischen Schlachthaus, das diese Methode anwendet. Leider gibt es in keinem islamischen Land eine einheitliche Standard-Schlachtmethode. Statt dessen variieren diese von Ort zu Ort.
Viele Verbände haben ihre eigenen Standards eingeführt und für die Zertifizierung externe Firmen beauftragt. Einige setzen Betäubung voraus, andere nur „post-stunning“ und nochmals andere gar keine Betäubung.
Das TSE erlässt ein nationales Halal-Zertifikat entsprechend der ISO-Norm, welches auch international verliehen werden kann. Ihr Ziel ist es, die Standards international zu vereinheitlichen.
Frau Kocobas nimmt sehr gerne eine Kopie unserer Schulungsbroschüre entgegen, in der Hinweise für die Praxis beschrieben sind, um Leiden und Stress für die Tiere beim Schlachten zu vermindern.  Wir verabreden mit Frau Kocabas ein zeitnahes Treffen mit ihrem Vorgesetzten und eine Informationsveranstaltung für die Zertifizierer.