11September2019

Niedersachsen stoppt Tierexporte auf der Russlandroute

Rinder bleiben auf der Russlandroute unversorgt.

Das exportstärkste Bundesland Niedersachsen stoppt den Export lebender Rinder nach Kasachstan, Usbekistan, Süd- und Ostrussland. Seit Jahren belegen wir mit unseren Recherchen die Rechtswidrigkeit von Tierexporten in Drittstaaten. Jetzt hat eine Gruppe deutscher Amtstierärzte die Transportrouten ebenfalls überprüft und festgestellt, dass geeignete Versorgungsstationen für Tiere fehlen.

Auf den Exportstrecken werden Rinder bis zu 6.000 km weit im LKW transportiert. Sie werden weder ausreichend versorgt noch können sie sich ausruhen. Der Exportstopp in Niedersachsen ist ein wichtiger Schritt. Dennoch müssen wir dranbleiben und weiter Druck ausüben auf die Exporteure und die Politik, damit der Exportstopp bundesweit gültig wird. Denn die Vergangenheit hat gezeigt: Solange das Verbot nur in einzelnen Bundesländern ausgesprochen wird, weichen die Exporteure auf genehmigungswillige Bundesländer aus. In diesem Fall ist zu befürchten, dass die Exporteure sich die Genehmigungen in Brandenburg holen.

In Brandenburg haben wir die Behörden bereits mehrfach auf das Fehlen von Kontrollstellen in Drittländern hingewiesen. Zuletzt in diesem Brief. Bis heute hat uns Brandenburg keine überprüfbaren Informationen zu Versorgungsstationen vorgelegt. Im Juni 2019 dokumentierten wir in Brandenburg die Verladung von Rindern mit Ziel Aserbaidschan. Wir sind mehreren Transportern auf der Exportroute nach Russland gefolgt. Wieder zeigte sich, dass die Tiere während des Langstreckentransports nicht entladen und versorgt wurden.

Das Fehlen von Versorgungsstationen und das Nicht-Einhalten gesetzlich vorgeschriebener Temperaturgrenzen, besonders in den Sommer- und Wintermonaten, führt oftmals dazu, dass Tiertransporte in EU-Drittstaaten rechtswidrig abgefertigt werden. Unsere Vier-Monats-Recherche vom Dezember 2018 bis März 2019 zeigte, dass 140 der insgesamt 275 in Deutschland abgefertigten Tiertransporte auf der Russlandroute bei Temperaturen von -10°C bis -24°C durchgeführt wurden.

Wir fordern: Exportstopp lebender Tiere. Unterstützen Sie uns, gemeinsam können wir diese Qualtransporte stoppen!

Links zum Thema aus den letzten Jahren: