Blutfarmen

Deutschland

PMSG-Gewinnung in Deutschland

Als wir Ende 2019 die PMSG-Gewinnung im thüringischen Haflinger-Gestüt Meura aufdeckten, haben die Behörden widersprüchliche Stellungnahmen abgegeben: Während die Bundesregierung der Meinung war, dass die Blutentnahmen bei trächtigen Stuten als Tierversuch einzustufen und für die Genehmigung die Landesbehörden zuständig seien, vertrat das thüringischen Ministeriums (TMASGFF) die Meinung, dass die Serumgewinnung für die Produktion eines Wirkstoffes kein Tierversuch und damit auch nicht genehmigungspflichtig sei. Aufgrund dieser widersprüchlichen Rechtsauffassungen haben wir ein Rechtsgutachten in Auftrag gegeben. Dieses kommt zu einem eindeutigen Ergebnis: Blutentnahmen für die Herstellung von Arzneimitteln sind als Tierversuche einzustufen. Die Blutentnahmen zur Gewinnung von PMSG sind jedoch rechtswidrig, denn ein Tierversuch muss die Voraussetzung der Unerlässlichkeit erfüllen.

Laut Bundesregierung gibt es am Markt 36 synthetische Alternativen zu PMSG. Damit ist die PMSG-Gewinnung nicht notwendig, sie ist verzichtbar. Hinzu kommt, dass die Leitlinien zur Gewinnung von Blut und Blutprodukten grundsätzlich die Blutentnahme bei trächtigen Stuten verbieten.

Nach mehreren Beschwerdebriefen und Anfragen haben sich das thüringische Ministerium und das zuständige Landesamt Mitte 2020 umentschieden. Das, was im Gestüt Meura gemacht würde, sei nun doch ein Tierversuch. Ohne weitergehende Prüfung der Voraussetzungen wurde die Erlaubnis erteilt, weitere fünf Jahre trächtigen Stuten Blut abzuzapfen.

Wir gehen juristisch und politisch gegen diese Willkür-Genehmigungspraxis und unnötigen "Tierversuche" vor. Wir setzen uns auf nationaler und auf EU-Ebene für ein Verbot der PMSG-Gewinnung ein. Deutschland und Meura dürfen kein Türöffner werden für eine EU-weite PMSG Produktion.

Rechtsgutachten (PDF)

Einsatzberichte